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              Schwicki-Theater 2008

                  Mord ist kein Zufall
                                         Erich Koch

Inhalt:

Scheinbar zufällig treffen sich in der Pension von Frau Küster mehrere Personen. Als sich der erste Mord ereignet, findet Inspektor Darreck heraus, dass jeder einen Grund hat, sich hier aufzuhalten. Frau Luise Bernstein hat durch Ihren verstorbenen Mann schlechte Erinnerungen an die Pension, ihre Nichte Eva-Maria ist in Max, den Sohn der Pensionswirtin, verliebt.

Die Geschwister Viktor und Anita Feinbier geben sich als Ehepaar aus. Viktor ist an den Tatort einer früheren Auseinandersetzung zurückgekehrt. Dabei ist er der Willkür seiner Schwester hoffnungslos ausgeliefert, kein Wunder, dass er manchmal Mordgelüste hegt.

Zwei Gäste fallen nacheinander einem Mord zum Opfer, doch verschwinden beide Leichen auf rätselhafte Weise.

Inspektor Darreck kann zwar nicht verhindern, dass auch noch Frau Feinbier erstochen wird, als aber dann der tot geglaubte Dr. Wermut wieder auftaucht, führt er den Inspektor endlich auf die richtige  Spur !


Personen und Darsteller:

Regina Küster, Pensionswirtin                                    Katharina Richter
Max Küster, ihr Sohn                                                Stefan Sahl                                 
Anita Feinbier                                                          Ulrike Richter
Viktor Feinbier                                                         Mischa Pötters
Luise von Bernstein                                                  Beate Sturm
Eva-Maria, ihre Pflegetochter                                     Carola Voigtländer
Dr. Egon Müller                                                       Jürgen Quaas
Inspektor Darreck                                                    Rainer Simon

Souffleuse:                                                             Karin Müller
                                                                                                                              
Regie:                                                                    Ottmar Sahl

Pressemeldungen:

11.11.2008 - Schwickis in Höchstform
Bad Camberg-Schwickershausen.
Von Petra Hackert

Viktor hat es nicht leicht. Sobald sein Name fällt, stehen alle stramm. Denn die schrille, bestimmende Stimme, die ihn die meiste Zeit ruft, gehört seiner «besseren Hälfte» - wie das Publikum später erfahren wird, ist das noch nicht einmal seine Frau, sondern die Schwester. Viktor Feinbier ist ein armes Schwein. Steht voll unter dem Pantoffel, ist wegen versuchten Totschlags vorbestraft, daher von der Schwester abhängig und jetzt auch noch mordverdächtig! Das Publikum im prall gefüllten Gemeinschaftshaus leidet mit. Denn so, wie Mischa Pötters den Pantoffelhelden mimt, ist es wirklich eine wahre Wonne. Und wüsste man nicht, dass er im wirklichen Leben mit «Frau Feinbier» Ulrike Richter glücklich verheiratet ist - Junge, Junge!

Die beiden sind ein herrliches Paar, und schon das erste Streitgespräch auf der Bühne bricht das Eis, das Publikum wird mitten hineingezogen in eine wunderschön gespielte Komödie, bei der sich sogar der ein oder andere Schauspieler das leise Grinsen nicht verkneifen kann. Sie sind so gut, diese Schwickis! Da hätten wir die brave Pensionswirtin Regina Küster (goldig: Katharina Richter, zum ersten Mal auf der Bühne), ihren studierenden Sohn Max (ein bisschen frech und immer pfiffig: Stefan Sahl) und eine Handvoll Gäste, die in der Pension absteigen. Dann passiert ein Mord. Scheint es. Denn die Leiche fehlt, und niemand hat den verschwundenen Gast vorher richtig gesehen - mit seinem langen Bart, der dunklen Brille und Hut. «Inspektor Darreck» muss ran, um den Fall zu lösen. Hier tritt Rainer Simon auf den Plan, und seine Ermittlungsmethoden, die dominante Sprechweise mit dem ständig rollenden R, die vielen falschen Fährten, denen er hektisch folgt, machen ihn fast schon zum Publikumsliebling. Wenn da nicht noch eine wäre, Beate Sturm nämlich. Als «Luise von Bernstein» ist sie der Hit. Die Gehhilfe der «Betagten» ist wohl eher ein rhetorisches Mittel, denn sie stellt damit die nötige Aufmerksamkeit her, unterstreicht schon einmal einen kleinen Wutausbruch und kann sogar lästige Leute auf Abstand halten - aber immer damenhaft! Wunderschön hochnäsig gespielt.

Natürlich gehört auch eine kleine Liebesgeschichte dazu: Die «Studenten» Stefan Sahl und die sympathische Carola Voigtländer finden einander - wie erhofft. Einen «fiesen Bösewicht» haben wir auch: Jürgen Quaas schlüpft in diese Rolle und schafft es sogar, sich zweimal selbst zu ermorden. Toll!

Ach ja: Eine richtige Bühnenleiche gibt es schließlich doch noch: Ausgerechnet «Frau Feinbier»! Ulrike Richter fehlt anschließend schon ein wenig, schließlich braucht auch das Publikum hin und wieder einen kleinen Anpfiff. Aber es muss sein, denn sonst könnten ja «Viktor» und Pensionswirtin kein Paar werden, die und das geht auch ganz schnell. Dazwischen liegen viele kleinere und größere Turbulenzen, goldige Verwicklungen, die die beiden «Studenten» hervorrufen und herrliche Besäufnisszenen. Der Kommissar taucht sofort ab - hat ja auch eine Schlaftablette im Drink. Der Pantoffelheld wird unglaublich mutig und schlagfertig. «Luise von Bernstein» schließlich behält auch im Vollrausch noch die Contenance - und den Stock. Einfach genial!

So muss es sein: Das Schwicki-Theater unter der Regie von Ottmar Sahl schaffte es mit «Mord ist kein Zufall» an zwei Abenden, herrlich zu amüsieren. Es waren schöne Stunden - bis zum nächsten Mal!