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              Schwicki-Theater 2007

                    Ach Du fröhliche !
                                       Bernd Gombold

Inhalt:

Bei Familie Maier hängt an Heilig Abend der Haussegen schief, denn die Weihnachtsfeier des Sportvereins vom Vorabend hat Vater Anton und Sohn Markus ganz schön zugesetzt.
Aber nicht nur ein handfester Kater ist zu bekämpfen - auch die alkoholbedingten Gedächtnislücken machen den Beiden sehr schwer zu schaffen.  
Und dann soll noch ein Festessen auf den Tisch, überraschender Besuch stellt sich ein, der Weihnachtsbaum muss her und das Problem mit der flotten Biene vom Vorabend ist auch nicht so ganz einfach zu lösen !

Personen und Darsteller:

Anton Maier, Reifenhändler                                            Ottmar Sahl
Rita, seine Frau                                                             Ulrike Richter
Markus, sein Sohn                                                         Stefan Sahl
Sabine, Markus‘ Freundin                                               Carola Voigtländer
Karl-Otto Edelstein                                                        Herbert Kaltwasser
Agathe Edelstein                                                           Beate Sturm
Martha Strecker                                                             Katja Müller
Theo Müller                                                                  Jürgen Quaas

Souffleuse:                                                                   Katharina Richter
      
Regie:                                                                          Kerstin Hafeneger

Pressemeldungen:

Printausgabe vom 12.11.2007
Die Schwickis im Weihnachtsstress
 

Von Petra Hackert
Bad Camberg-Schwickershausen. Zwei waren bei der Weihnachtsfeier des Sportvereins, eine im Ladyclub und einer beim Service-Verein - das scheint so etwas wie die Lions oder die Rotarier zu sein. Viele waren in Schwickershausen - und erlebten am Samstag- und Sonntagabend hautnah die Folgen jener ereignisreichen Nacht direkt vor Heiligabend; auch wenn niemand sah, was wirklich geschah. . .

Die Schwickis in Höchstform ! Darauf freuen sich jedes Jahr so viele, und wenn sie dann wieder loslegen, macht jeder Bühnenmoment richtig Spaß. Das liegt nicht nur daran, dass die halbe Verwandtschaft und der ganze Freundeskreis der Darsteller im Publikum sitzt, es ist eine verschworene Gemeinschaft, die ständig neue Anhänger findet.

Kurz zum Stück „Ach, du Fröhliche“ von Bernd Gombold, unter der Regie von Kerstin Hafeneger gezeigt: Es weihnachtet, und da mangelt es an manchem. Angefangen vom Baum, der zuerst Kopfzerbrechen und dann Bauchschmerzen bereitet. Vater und Sohn haben ein Plastikteil besorgt, die Hausherrin rümpft die Nase, packt die Koffer, düst entrüstet ab und entdeckt im letzten Moment noch die wunderschöne Weißtanne im Keller. Ihre Männer sind doch Schelme ! Schnell ist sie wieder versöhnt, man freut sich, will den Baum schmücken - doch warum ist die Kiste mit dem Weihnachtsschmuck im Keller „zerdeppert ?“ Warum vermisst Nachbar Theo das Prunkstück seines Gartens, die herrliche Weißtanne ? Wo kommt eigentlich die popelige Fichte her, die mit Höschen und BH seltsam unweihnachtlich geschmückt ist ? Und das Blut im Keller ? Fragen über Fragen, denen die hektischen Herren, die brave Hausfrau, die bucklige Verwandtschaft und - von Katja Müller einfach genial gespielt - die neugierige Nachbarin emsig nachschnüffeln. Nur eine kennt die Wahrheit, und die schweigt bis zum Schluss des Stücks; muss sie auch, denn sonst könnte das Publikum ja nicht so schön mitfiebern, mitleiden, zittern und herzhaft lachen.

Ottmar und Stefan Sahl geben ein herrliches Vater-Sohn-Gespann ab, die schwitzen, kämpfen, sich die Haare raufen (gelingt dem Sohnemann mit der gruseligen 70er-Jahre-Perücke am besten). Immer wieder klasse: Der Baumtausch. Kaum rückt der Nachbar an, muss die Weißtanne weg, das Plastikteil ins Wohnzimmer. Kommando zurück, sobald Mutter im Anmarsch ist. Jedes Mal bleibt Nachbar Theo in der Tür hängen ! Und immer wieder elegant bringt Sohn Stefan die Bäume durch ebendiese - ohne nennenswerte Verletzungen. Rasant, spritzig, witzig: Dazu trägt auch Beate Sturm bei, die eine herrliche Agathe Edelstein mimt. Mit der reichen, natürlich etwas trotteligen besseren Hälfte, ist die Juweliersgattin angereist, um Weihnachten gemeinsam mit den armen Verwandten zu feiern. Überkandidelt, mit ausdrucksstarker Körpersprache, immer bereit, sich selbst auf die Schippe zu nehmen, oft böse, aber nie gemein, reizt sie die Rolle voll aus, und ihr „Gatte“ Herbert Kaltwasser leidet, leidet, leidet. Ulrike Richter lässt die sympathische Hausherrin auf der Bühne lebendig werden, Carola Voigtländer in extravaganter Kleidung die nette Freundin, die am Schluss alle Fäden in der Hand hält, Jürgen Quaas den Nachbarn Theo, der auch nicht gerade das bester Erinnerungsvermögen hat - an jene Nacht. Die Zuschauer in Schwickershausen hingegen werden sich noch lange gut erinnern, denn der Abend war richtig schön. Bravo !